FIP – was ist das?

Arbeitsbereich

Die Aufgabe des Feedback Interaktionspartners (kurz FIP) im Rahmen einer Verhaltensschulung besteht darin, den bzw. die zu schulenden Teilnehmer mit einem authentisch wirkenden Verhalten zu konfrontieren und im Schulungsverlauf auf das Verhalten der Schulungs-Teilnehmer im Rahmen der vorher festgelegten Ausgangssituation und charakterlichen Eigenschaften zu reagieren. Im anschließenden Feedback-Gespräch ist der FIP in der Lage, den Teilnehmern aus dem Blickwinkel der von ihm zuvor angenommenen Verhaltensvorzeichen Rückmeldung über die Verhaltensangebote der Teilnehmer und die dadurch erreichte Veränderung seiner emotionalen Situation zu geben. Dem Schulungsleiter wird hierdurch ermöglicht, eine differenzierte Rückmeldung zu Verhalten und Emotionen des Schulungsteilnehmers aus unterschiedlichen Perspektiven zu erhalten.

Für eine Ausbildung zum FIP gelten folgende Grundqualifikationen:

  • abgeschlossene oder zumindest laufende Ausbildung an einer staatlichen bzw. staatlich anerkannten Schauspielschule (über eine Zulassung entscheidet das Schulungsteam). Alternativ eine langjährige hauptberufliche Tätigkeit im schauspielerischen Bereich
  •  Erzeugen einer affektiven und kognitiven (Selbst-)Erfahrung bei gleichzeitiger Gewährleistung des Eigenschutzes durch professionellen Umgang mit der Figur
  •  Befähigung, spontan und authentisch aus einer zuvor definierten Grundhaltung auf eine Situation bzw. ein Gegenüber zu reagieren
  •  insbesondere die Fähigkeit, sich unvorbereiteten Entwicklungen der Interaktion während der Trainingssituation auszusetzen, dabei auf Unterstützung durch Regie und Rollenvorgaben zu verzichten

Ausbildungsverlauf

Ausbildung zum Feedback-Interaktionspartner (FIP)

Der FIP wird für seine Aufgaben speziell geschult und erwirbt ein Zertifikat, das seine Befähigung attestiert. Im Verlauf dieser Ausbildung erwirbt er folgende Qualifikationen:

  •  Fähigkeit, das durch Nutzung der Grundqualifikation in der Coachingsituation erhaltene affektive und kognitive Erfahrungswissen zunächst im Setting des Trainings, später des Coachingprozesses in direkter Interaktion mit den Coachees, d.h. nicht „im Schutz der Bühne“ und nicht zur Verfolgung künstlerischer Ziele zur Verfügung zu stellen
  • Kenntnis formaler Voraussetzungen eines konstruktiven Feedback-Gespräches
  • Kenntnis der speziell geforderten Feedback-Parameter
  • Kenntnis von Methoden zum Eigenschutz und zur emotionalen Distanzierung vom Setting nach Ende der Schulung
  • Kenntnisse formaler Bedingungen der selbständigen Tätigkeit (Eigenverantwortlichkeit Kostüm und Requisite, Rechnungsstellung, Versteuerung der Honorare, Reiseplanung etc.)

Das Zertifikat ist für 2 Jahre gültig. Für eine weitere Tätigkeit als FIP ist eine Rezertifizierung erforderlich.

Die Ausbildung erfolgt in Form von Seminareinheiten sowie Hospitationen und begleiteten Arbeitseinsätzen.

Die Ausbildung zum Feedback-Interaktions-Partner wird angeboten und durchgeführt von art-up! Büro für kreative Begleiterscheinungen, M. Plass & P. Pabst.